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Der Golf 1 Cabrio

VW Golf Cabriolet

 
Volkswagen Golf Cabriolet
Produktionszeitraum: 1979–2002
2011–2016
Klasse: Kompaktklasse
Karosserieversionen: Cabriolet
Vorgängermodell: VW 1303 Cabrio
Nachfolgemodell: für Golf IV Cabriolet:
VW New Beetle Cabrio
VW Eos
für Golf VI Cabriolet:
keines

Als Golf Cabriolet oder Golf Cabrio werden mehrere Fahrzeugmodelle des Automobilherstellers Volkswagen bezeichnet. Ab März 1979 wurde das erste Modell auf der technischen Basis des Golf I hergestellt, es folgten Modelle auf Basis des Golf III und Golf VI. Vom Golf I Cabriolet wurden bis August 1993 389.000 Wagen hergestellt; von September 1993 bis April 1998 wurde das Nachfolgemodell auf Basis des Golf III 171.000-mal produziert.[1] Von April 1998 bis Juni 2002 gab es eine Facelift-Version des Golf III Cabriolet mit der Optik des Golf IV.

Alle Golf-Cabriolet-Generationen stellte die Firma Karmann in Osnabrück her, die auch an der Entwicklung des offenen Golf beteiligt war und noch bis Januar 1980 das Vorgängermodell Käfer Cabrio produzierte. Einzelne Fahrzeuge der Baureihen Golf III und Golf IV Cabriolet produzierte auch Volkswagen de México in ihrem Werk Puebla.

Das Golf Cabriolet war von Frühjahr 1979 bis zu seiner Produktionseinstellung Mitte 2002 stets eines der beliebtesten offenen Fahrzeuge auf dem deutschen und österreichischen Markt.

Im Juni 2011 brachte Volkswagen ein neues Golf Cabriolet auf Basis des Golf VI auf den Markt, das im März 2011 auf dem Genfer Auto-Salon vorgestellt wurde.[2]

Inhaltsverzeichnis

Einführung des Überrollbügels

Das Golf Cabriolet war das erste offene Fahrzeug mit einem festen Überrollbügel. In den 1970er-Jahren begann in den USA eine Diskussion bezüglich Fahrzeugsicherheit. Demnach war Cabriofahren außerordentlich „unsicher“, da die Fahrzeuge wenig Widerstand bzw. Schutz bei Seitenkollision und Unfällen mit Überschlag boten. Aus diesem Grund führte VW beim offenen Golf den Überrollbügel ein.

 
VW Golf Cabriolet GL (1980)

Der neue Wagen kam anfangs bei der Käfer-gewohnten Kundschaft nicht gut an und wurde besonders in roter Lackierung mit dem neuen Überrollbügel etwas abwertend als „Erdbeerkörbchen“ bezeichnet.[3] Kritisch an dem neuen VW-Modell wurde gesehen, dass das „Offenfahrgefühl“ durch die nicht völlig versenkbaren hinteren Seitenscheiben und den Bügel eingeschränkt wird. Vorteilhaft ist jedoch, dass die vorderen Sicherheitsgurte (das viersitzige Auto hat auf den beiden hinteren Plätzen nur Beckengurte) am Bügel einen höheren oberen Anlenkpunkt haben und durch ihn die Sicherheit bei Unfällen mit Überschlag und die Torsionssteifigkeit der Karosserie erhöht ist.

Nach dem Golf Cabriolet bauten auch viele weitere Automobilhersteller bei ihren Cabrios Überrollbügel ein. Einige Beispiele sind das Ford Escort Cabriolet (1983), das Peugeot 205 Cabriolet (1986) und das Opel Kadett Cabriolet (1987).

Selbst in der letzten Generation bis 2002 war der Überrollbügel noch beim Golf Cabrio zu finden. Bei moderneren Cabrios (Stand 2013) werden Überrollbügel kaum noch verwendet, da häufig automatisch aufklappende Stützen als Überrollschutz dienen. Auch das seit März 2011 gebaute Golf Cabriolet auf Basis des Golf VI hat keinen festen Überrollbügel mehr.

Persenning

Beim Golf I Cabriolet ist bei geöffnetem Dach die Verwendung der mitgelieferten Persenning vorgeschrieben; vor allem zum Schutz von Passanten bei eventuellen Unfällen vor den offenliegenden und scharfkantigen Metallgelenken. Beim ersten Modell bis August 1981 – ab da lag das geöffnete Dach 10 cm tiefer – baute das Verdeck sehr hoch auf, dass bei schlechter Wegstrecke die Gefahr des Schwingens gegeben war und die Verriegelung ausgelöst wurde. Der Fahrtwind bewegte dann das entriegelte Verdeck nach oben. Bei den darauf folgenden Generationen (Golf III und IV) ist das Verdeck tiefer angebracht, was auch eine bessere Sicht nach hinten ermöglicht. Die Persenning ist nicht zwingend erforderlich, wurde jedoch beim Golf Cabrio III/IV mitgeliefert, um Verschmutzungen des Himmels zu vermeiden.

Golf I Cabriolet (1979–1993)

1. Generation
VW Golf Cabriolet (1979–1987)

VW Golf Cabriolet (1979–1987)

Produktionszeitraum: 1979–1993
Karosserieversionen: Cabriolet
Motoren: Ottomotoren:
1,5–1,8 Liter
(51–82 kW)
Länge: 3815 mm
Breite: 1610 mm
Höhe: 1410 mm
Radstand: 2398 mm
Leergewicht: 910–1015 kg

Das erste Golf Cabriolet wurde ab März 1979 mit zwei Motorisierungen angeboten:

  • Cabriolet GLS mit 1,5 Liter Hubraum und 51 kW (70 PS)
  • Cabriolet GLi mit 1,6 Liter Hubraum und 81 kW (110 PS)

Nach der Produktionseinstellung des Käfer Cabriolets Anfang 1980 wurde der offene Golf zum Verkaufsschlager. Nachdem die Absatzzahlen für Cabrios in den 1980er-Jahren stetig anstiegen und das Golf Cabrio auch in zahlreichen TV-Serien erschien (Schwarzwaldklinik, Remington Steele), erreichte das Fahrzeug einen gewissen Kultstatus und ist heute (2008) ein gesuchter Youngtimer.

Die Produktion des ersten Golf Cabriolet wurde auch fortgesetzt, nachdem der Golf I im August 1983 durch den VW Golf II abgelöst worden war.

Mit dem von VW als „Rundum-Spoilersatz“ bezeichneten Facelift gab es im Mai 1987 eine Anpassung der Optik an den damaligen Zeitgeschmack. Dabei wurde der Kühlergrill gröber verrippt und der Wagen erhielt durch größere Kunststoffstoßfänger mit angesetzten Radläufen und Schwellerverbreiterungen eine breitere, bulligere Form. Die Motorenpalette entsprach während der gesamten Bauzeit im Allgemeinen den jeweils aktuellen Ottomotoren aus dem Golf.

Das Golf I Cabrio war ab 1992 auf Wunsch mit Fahrer-Airbag lieferbar, wodurch es zum ersten VW wurde, bei dem ein Airbag erhältlich war. Entgegen häufiger Annahme gab es das Modell niemals mit einem Antiblockiersystem (ABS).

Ab September 1992 wurde der Wagen nur noch mit dem 1,8-Liter-Motor mit einer Leistung von 72 kW (98 PS) und geregeltem Katalysator angeboten. Dieser Motor erfüllte die Abgasnorm Euro 1.

Viele Sondermodelle kamen heraus: Quartett, Bel Air, Young Line, Fashion Line, Classic Line, Toscana, Sportline, Acapulco, Genesis und Etienne Aigner.

Technische Daten

  1.5 GLS 1.6 1.6
Euro-Norm
(U-Kat)
1.6 GLI 1.8 1.8 GLI
Bauzeitraum 01/1979–08/1983 08/1983–02/1990 04/1986–02/1990 01/1979–07/1982 08/1983–09/1992 04/1986–08/1993 08/1982–12/1989
Motorkenndaten
Motorkennbuchstaben JB EW RE EG EX 2H DX
Motortyp R4-Ottomotor
Anzahl Ventile pro Zylinder 2
Ventilsteuerung OHC, Zahnriemen, Tassenstößel, Hydrostößel
Gemischaufbereitung Registervergaser Mech. Einspritzanlage (Bosch K-Jetronic) Registervergaser Elektronische Einspritzung (VW-Digifant) Mech. Einspritzanlage (Bosch K-Jetronic)
Bohrung × Hub 79,5 mm × 73,4 mm 81,0 × 77,4 mm 79,5 mm × 80,0 mm 81,0 mm × 86,4 mm
Hubraum 1457 cm³ 1595 cm³ 1588 cm³ 1781 cm³
max. Leistung 51 kW (70 PS) bei 5600/min 55 kW (75 PS) bei 5000/min 53 kW (72 PS) bei 5200/min 81 kW (110 PS) bei 6100/min 66 kW (90 PS) bei 5200/min 72 kW (98 PS) bei 5400/min 82 kW (112 PS) bei 5500/min
max. Drehmoment 110 Nm bei 2500/min 125 Nm bei 2500/min 120 Nm bei 2700/min 140 Nm bei 5000/min 145 Nm bei 3300/min 143 Nm bei 3000/min 157 Nm bei 3100/min
Kühlung Wasserkühlung, bei 82-kW-Motor: zusätzlicher Ölkühler
Kraftübertragung
Antrieb, serienmäßig Vorderradantrieb
Getriebe, serienmäßig 4-Gang-Schaltgetriebe 5-Gang-Schaltgetriebe
Getriebe, optional 5-Gang-Schaltgetriebe
3-Stufen-Automatikgetriebe
3-Stufen-Automatikgetriebe
Messwerte
Höchstgeschwindigkeit 150 km/h 154 km/h
149 km/h1
150 km/h
145 km/h1
172 km/h 164 km/h
159 km/h1
166 km/h
161 km/h1
173 km/h
Beschleunigung, 0–100 km/h 14,3 s 13,5 s
15,7 s1
14,0 s
16,2 s1
10,2 s 11,1 s
13,5 s1
11,0 s
13,4 s1
9,8 s
Verbrauch (l/100 km)
bei 90 km/h
bei 120 km/h
Stadt
 
 
8,8
6,32/5,83
9,02/8,43
8,72/8,73
6,42/5,93
9,22/8,63
8,93/8,93
 
 
8,8
6,2
9,0
8,9
 
 
9,4
6,3
8,9
10,9
Verbrauch (l/100 km)
bei 90 km/h1
bei 120 km/h1
Stadt1
7,1
9,8
9,1
7,2
10,0
9,3
6,9
9,6
9,4
 
 
10,1
Gewichte
Leergewicht 910 kg 960 kg 940 kg 975 kg 1015 kg 995 kg
Fahrwerk
Radaufhängung vorn Federbeine, untere Dreiecksquerlenker, 66-, 70- und 82-kW-Motor: Stabilisator
Radaufhängung hinten Federbeine, Verbundlenkerachse, 82-kW-Motor: Stabilisator
Bremsen Scheibenbremsen vorn (bei 66, 70 und 82 kW: innenbelüftet), Trommelbremsen hinten, Bremskraftverstärker, Bremskraftregler
Lenkung Zahnstangenlenkung (a. W. Servounterstützt)
Karosserie Stahlblech, selbsttragend
1 3-Stufen-Automatikgetriebe
2 4-Gang-Schaltgetriebe
3 5-Gang-Schaltgetriebe

Logos Sondermodelle

Bestand in Deutschland

Aufgeführt ist der Bestand an VW Golf I Cabriolet nach Hersteller- (HSN) und Typschlüsselnummern (TSN) in Deutschland laut Kraftfahrt-Bundesamt. Typen mit weniger als 100 Fahrzeugen werden nicht ausgewiesen. Bis 2007 beinhaltete der Bestand neben der Anzahl der angemeldeten Fahrzeuge auch die Anzahl der vorübergehenden Stilllegungen. Seit 2008 enthält der Bestand lediglich den „fließenden Verkehr“ einschließlich der Saisonkennzeichen.

HSN/TSN Modell kW 1.1.2005 1.1.2006 1.1.2008 1.1.2009 1.1.2010 1.1.2011 1.1.2012 1.1.2013 1.1.2014 1.1.2015
0600/508 1.5 51 2.944 2.264 1.055 950 870 846 798 872 860 901
0600/517 1.6 GLI 81 408 304 141 130 116 111 120 137 131 140
0600/587 1.8 GLI 82 2.109 1.844 955 899 873 827 775 760 756 772
0600/606 1.6 55 4.393 3.789 2.068 1.909 1.691 1.547 1.458 1.476 1.399 1.385
0600/607 1.8 66 3.986 3.598 1.876 1.751 1.556 1.468 1.374 1.333 1.331 1.320
0600/666 1.8i 70 11.096 10.565 6.593 6.240 5.707 5.315 5.031 4.815 4.635 4.573
0600/676 1.6 53 5.652 5.139 3.179 2.985 2.707 2.506 2.334 2.343 2.244 2.208
0600/804 1.8i 72 38.450 37.285 27.719 26.838 25.367 24.010 23.150 22.277 21.686 21.496
Quelle [4] [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11] [12] [13]

In der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes wurde von 2006 bis 2012 nach Hubraumklassen gegliedert. Getrennt wurde ab 1600 cm³ Hubraum sowie ab 2000 cm³ Hubraum. Nicht enthalten in den angegebenen Zahlen von 2006 bis 2012 sind daher Fahrzeuge, die aufgrund von Umbaumaßnahmen einer anderen Hubraumklasse angehört haben als die übrigen Fahrzeuge mit derselben HSN/TSN.

Aufgeführt ist der Bestand an Typen mit mindestens 100 Fahrzeugen in einer anderen Hubraumklasse.

HSN/TSN Modell kW cm³ 1.1.2006 1.1.2008 1.1.2009 1.1.2010 1.1.2011 1.1.2012
0600/508 1.5 51 1600–1999 199 100        
0600/606 1.6 55 1600–1999 156   104 111 101 108
0600/676 1.6 53 1600–1999 133   103 111 112 106
Quelle [5] [6] [7] [8] [9] [10]